Mit diesem Bepflanzungsvorschlag für ein Beet in sonniger bis halbschattiger Lage mit frischem Boden holt man sich einige der köstlichsten und doch pflegeleichten Duftpflanzen in den Garten. Ideal ist diese Bepflanzung an einem Sitzplatz oder für ein Beet im Eingangsbereich, an dem man oft vorbeigeht. So kann man den monatelangen Duftreigen, der schon im Februar/März beginnt, möglichst intensiv in sich aufnehmen. Dabei duftet es nicht nur vom Winterende bis zum Herbst, nicht nur am Tag, sondern auch oder abends und ganz verschieden: süß oder würzig, lieblich oder fruchtig.
An den ersten milden Tagen des Jahres öffnen sich die kleinen blassrosa Blütenbüschel des Duftschneeballs und verströmen einen würzig-bittersüßen Duft. Fast zur gleichen Zeit blüht auch Lonicera x purpusii auf, die Winter-Duft-Heckenkirsche. Die cremefarbenen Blütchen haben den unverwechselbaren starken Geißblattduft, der einfach unbeschreiblich ist.
Im März beginnen dann auch die Duftveilchen und Hyacinthen mit der Blüte. Beides sind intensive Duftpflanzen, deren Duft an warmen Tagen in der näheren Umgebung der Pflanzen deutlich wahrnehmbar ist. In unserem Duftpflanzenbeet kommen sich die beiden unterschiedlichen Düfte – süß und lieblich der Veilchenduft, orientalisch und schwer der Duft der Hyazinthen – dennoch nicht ins Gehege, denn die Veilchen stehen halbschattig zwischen den Gehölzen, während die Hyazinthen in voller Sonne zwischen den Stauden erblühen. Weiter geht der Duftreigen im April mit der blumig-süß duftenden Narzisse `Petrel` und der weißen Form der Nachtviole, deren veilchenähnlicher, aber schwerer Duft, wie ihr Name sagt abends und nachts am intensivsten ist. Auch der Waldphlox `Clouds of Perfume` blüht jetzt hellblau und duftet zart aromatisch.
Zwei besonders aparte Duftpflanzen erfreuen uns im Mai/Juni: Die süß duftende und grün-braun blühende Akelei `Chocolate Soldier` und Iris graminea, die einem Grasschopf ähnelt, aus dem es fruchtig-süß nach Marmelade riecht, denn die kleinen lila Blüten sitzen tief im Laub. Auch der Balkanstorchschnabel zeigt ab Mai wochenlang seine karminroten Blütchen über dem würzig duftenden Blattwerk. Diese vielfältigen Düfte im Mai werden noch bereichert durch den Duft der Pfingstrose `Noemi Demay`. Päonien sind weniger als Duftpflanzen bekannt, denn nur einige aus dem riesigen Sortenangebot duften. Wenn sie aber duften, dann ist man begeistert, denn der Duft ist so individuell, blumig-elegant und etwas pudrig, daß man ihn nicht mit anderen Blütendüften vergleichen kann.
Im Juni beginnt dann das Duftfest der Rosenblüte, daß mit einer Pause nach der 1. Blüte bis in den Oktober andauert. Die für unser Duftbeet ausgewählten Rosen `Rosario` und `Sternenflor` haben einen mittelstarken unaufdringlichen Wildrosenduft, der sich gut mit den anderen Duftpflanzen verträgt. Berauschend schwer duftende Rosen wie `Mme. Boll` oder `Gertrude Jekyll` sollten nicht mit anderen Blütendüften, sondern höchstens mit aromatisch duftenden Kräutern kombiniert werden, um ein unharmonisches Duftgemisch zu vermeiden.
Eine Besonderheit ist die nur im Juni blühende Rose `Amy Robsart´. Sie gehört zu den sogenannten Apfel- oder Weinrosen, weil auch ihr Laub aromatisch-fruchtig duftet. Ab Juni blüht auch die niedrig bleibende Pfeifenstrauch-Sorte `Belle Étoile`. Ihre großen weißen Blüten mit rotem Herz duften intensiv fruchtig-süß.
Im Juli endlich duftet der Phlox, dessen warmer, würziger Duft zum Hochsommer gehört wie der Rosenduft zum Juni. Die Phlox amplifolia-Sorte `Winnetou` ist dazu noch robust und gesund. Auch die Indianernessel `Rosenmonarde` duftet aromatisch und mit einer zarten Rosennuance. Sie ist eßbar und kann zum Parfümieren von sommerlichen Tees, Sorbets, Obstsalaten und Cocktails genutzt werden. Zusammen mit der zweiten Rosenblüte im September und Oktober blüht dann als letzte Duftpflanze in unserem Beet die Grönland-Margerite. Der herb-würzige Chrysanthemenduft ihrer Blätter und Blüten begleitet uns in den Herbst.